
Aufsicht 2026:
Welche Anforderungen jetzt auch für den Mittelstand relevant sind
04.02.26
Marcel Shvartsman
Die Prüfungsschwerpunkte der Aufsichtsbehörden für das Jahr 2026 sind klar definiert – und sie betreffen längst nicht mehr ausschließlich kapitalmarktorientierte Großunternehmen. Auch mittelständische Unternehmen rücken zunehmend in den Fokus, insbesondere dort, wo Transparenz, belastbare Planungen und nachvollziehbare Bewertungsansätze gefragt sind.
Zentrale Prüfungsschwerpunkte der Aufsicht
Im Mittelpunkt der aufsichtsrechtlichen Erwartungen stehen weiterhin die Qualität der finanziellen Berichterstattung und die Nachvollziehbarkeit unternehmerischer Annahmen. Für 2026 werden insbesondere folgende Themen intensiv geprüft:
Qualität des Lageberichts
Der Lagebericht gewinnt weiter an Bedeutung als zentrales Instrument zur Vermittlung der wirtschaftlichen Lage und zukünftigen Entwicklung eines Unternehmens. Erwartet werden konsistente Aussagen, eine klare Verknüpfung mit den Zahlen des Jahresabschlusses sowie eine nachvollziehbare Darstellung der Chancen- und Risikolage.
Werthaltigkeit von Vermögenswerten
Die Beurteilung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten bleibt ein wesentlicher Schwerpunkt. Bewertungsannahmen müssen plausibel, gut dokumentiert und konsistent zur Unternehmensplanung sein. Unzureichend begründete Wertansätze führen zunehmend zu kritischen Rückfragen – nicht nur seitens der Aufsicht, sondern auch von Banken oder Gesellschafter:innen.
Belastbare Fortführungsprognosen
Eine tragfähige Fortführungsprognose ist ein zentrales Element der Rechnungslegung. Erwartet werden realistische, nachvollziehbare Prognosen, die auf belastbaren Annahmen beruhen und sauber dokumentiert sind. Pauschale Aussagen ohne fundierte Herleitung reichen nicht mehr aus.
Erweiterter Fokus der APAS
Parallel dazu schärft die Abschlussprüferaufsichtsstelle (APAS) ihren Blick auf zentrale Prüfungsthemen wie Umsatzrealisierung, Impairment-Tests sowie auf die Wirksamkeit von Qualitätsmanagementsystemen innerhalb der Prüfungsgesellschaften. Diese Entwicklungen wirken sich mittelbar auch auf die Anforderungen an geprüfte Unternehmen aus.
Relevanz für den Mittelstand
Was lange als „Thema für Großunternehmen“ galt, wird zunehmend auch für mittelständische Strukturen relevant. Erwartet werden heute:
- nachvollziehbare und konsistente Planungsrechnungen,
- sauber dokumentierte Bewertungsannahmen,
- klare Prozesse und eindeutige Verantwortlichkeiten.
Fehlen diese Grundlagen, bleiben kritische Rückfragen nicht aus – unabhängig davon, ob sie von Aufsichtsbehörden, Finanzierungspartnern oder Gesellschafter:innen gestellt werden.
Unterstützung durch BKRS
Aus der Praxis zeigt sich, dass mittelständische Unternehmen von einer frühzeitigen Auseinandersetzung mit diesen Anforderungen profitieren. Nicht aus formaler Verpflichtung, sondern weil Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Qualität Vertrauen schaffen – intern wie extern.
BKRS Consulting begleitet Mandanten dabei, diese inhaltliche Substanz aufzubauen, sichtbar zu machen und prüfungssicher zu dokumentieren. Ziel ist eine Berichterstattung, die den gestiegenen Anforderungen gerecht wird und zugleich eine belastbare Grundlage für unternehmerische Entscheidungen bietet.



